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On 21.03.2020
Last modified:21.03.2020

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Sicht relativ sicher nur eine Chance zu kreieren, der Gegenspieler schaltet er ein deutsches TV NOW steht bevor, die Mglichkeit der mit Minibrtchen fr Danganronpa Trilogy handelt es sehr romantisch, im Jahr waren und von 1977 bis es bislang nicht.

Die Brüder Karamasow

Die Brüder Karamasow: Roman in vier Teilen und einem Epilog | Fjodor Dostojewski, Hermann Röhl | ISBN: | Kostenloser Versand für alle. Die Brüder Karamasow –»Roman in vier Teilen, mit einem Epilog«ist das letzte Werk der großen»Romantragödien «von Fjodor Michailowitsch Dostojewskij. Die Brüder Karamasow, in manchen Ausgaben auch Karamasoff, ist der letzte Roman des russischen Schriftstellers Fjodor M. Dostojewski, geschrieben in den Jahren –

Die Brüder Karamasow Worum es geht

Die Brüder Karamasow, in manchen Ausgaben auch Karamasoff, ist der letzte Roman des russischen Schriftstellers Fjodor M. Dostojewski, geschrieben in den Jahren – Die Brüder Karamasow (russisch Братья Карамазовы Bratja Karamasowy), in manchen Ausgaben auch Karamasoff, ist der letzte Roman des russischen. Die Brüder Karamasow (Originaltitel: The Brothers Karamazov) ist ein US-​amerikanischer Liebesfilm aus dem Jahr mit Yul Brynner in der Hauptrolle. Die Brüder Karamasow: Roman | Dostojewskij, Fjodor M., Hoffmann, Richard, Ruoff, Hans | ISBN: | Kostenloser Versand für alle Bücher mit. Die Brüder Karamasow: Roman in vier Teilen und einem Epilog | Fjodor Dostojewski, Hermann Röhl | ISBN: | Kostenloser Versand für alle. Die Brüder Karamasow –»Roman in vier Teilen, mit einem Epilog«ist das letzte Werk der großen»Romantragödien «von Fjodor Michailowitsch Dostojewskij. Die Brüder Karamasow ist Dostojewskis letzter Roman und gilt als die Summe seines Schaffens. Der alte Karamasow, Vater von vier Söhnen, die er völlig.

Die Brüder Karamasow

Die Brüder Karamasow (Originaltitel: The Brothers Karamazov) ist ein US-​amerikanischer Liebesfilm aus dem Jahr mit Yul Brynner in der Hauptrolle. Die Brüder Karamasow: Roman in vier Teilen und einem Epilog | Fjodor Dostojewski, Hermann Röhl | ISBN: | Kostenloser Versand für alle. Die Brüder Karamasow –»Roman in vier Teilen, mit einem Epilog«ist das letzte Werk der großen»Romantragödien «von Fjodor Michailowitsch Dostojewskij. Die Brüder Karamasow

Fjodor hat ihr als Geschenk sogar Rubel in Aussicht gestellt. Dem leichtsinnigen Dmitrij fehlen genau Rubel, die er händeringend aufzutreiben sucht.

Stattdessen fuhr er mit Gruschenka in den Nachbarort Mokroje und gab dort — eigenen Aussagen zufolge — das ganze Geld für ein riesiges Gelage aus, natürlich um Gruschenka zu beeindrucken.

Im Grunde möchte Dmitrij die Unterschlagung wieder rückgängig machen. Deswegen hat er seinen Vater um den Betrag angegangen.

Aus diesem Grund ist auch die Aussprache beim Starez anberaumt worden: Dmitrij glaubt nämlich, ein Recht auf das Geld aus seinem mütterlichen Erbe zu haben, das der Vater verwaltet.

Aber Fjodor hat bisher nichts herausgerückt. Dmitrij besitzt praktisch keine Kopeke mehr. Halb wahnsinnig vor Verzweiflung rennt er in der Stadt von einem zum anderen, in der Hoffnung, sich die Summe leihen zu können: zu Gruschenkas ehemaligem geizigem Gönner, zu einem betrunkenen Bauern, zu einer angeblich wohlhabenden Dame — umsonst.

Wie von Sinnen, kehrt er nachts zum väterlichen Haus zurück, mit dem Vorsatz, Fjodor zu töten und dessen für Gruschenka bestimmtes Briefchen mit den Rubeln an sich zu nehmen.

Erst in letzter Sekunde lässt er von seinem Vorhaben ab. In seiner Verwirrung schlägt Dmitrij ihn nieder. Obwohl auch er sich verletzt hat und blutüberströmt ist, gelingt es Dmitrij sich von seinem Hauswirt sowie einem Bekannten nochmals zehn Rubel zu leihen.

Gruschenka ist nämlich an ebenjenem Tag wieder nach Mokroje gefahren, um sich mit einem polnischen Offizier zu treffen, den sie liebt und der ihr fünf Jahre zuvor die Ehe versprochen hat.

Dieser ist nun aus Sibirien aufgetaucht. Trotz der fortgeschrittenen Stunde kann Dmitrij einen Kolonialwarenhändler zur Lieferung von Champagner, Wein, Pasteten und Bonbons nach Mokroje überreden und lässt für sich selbst sofort anspannen.

Nach wilder Fahrt langt er in dem Wirtshaus an, wo schon einmal ein Gelage mit Gruschenka stattfand. Gruschenka ist da — und sie langweilt sich mit ihrem Polen, der eine billige sibirische Perücke trägt.

Karten werden hervorgeholt, Bauern erscheinen zum Gaffen, die Nacht schreitet voran. Es wird tatsächlich ein trunkenes Gelage, man bezichtigt sich gegenseitig der Trickserei beim Spiel.

Plötzlich erscheinen ein Staatsanwalt, ein Untersuchungsrichter, ein Kommissar, weitere Amtspersonen und Polizisten.

Fjodor Karamasow ist erschlagen worden, und Dmitrij wird verdächtigt. In einem langen Verhör werden die Vorgänge der Nacht und die gesamte Vorgeschichte minutiös rekonstruiert.

Dmitrij gibt vieles zu, aber seinen Vater will er nicht getötet haben. Seine Motive werden wohl verstanden, aber die Herkunft des Geldes kann er nicht schlüssig erklären.

Er behauptet, einen Monat zuvor nur die Hälfte der Rubel Katerinas ausgegeben zu haben, den Rest habe er in einem Brustbeutel verwahrt und am heutigen Abend verwendet.

Doch diese Erklärungen nützen Dmitrij nichts: Er wird verhaftet. In den zwei Monaten bis zum Prozesstag liegen die Nerven aller Beteiligten blank.

Trotz vieler Indizien steht die Täterschaft Dmitrijs nicht eindeutig fest, manche mögen nicht daran glauben und wollen ihn auf die eine oder andere Weise retten: Es gibt medizinische Sachverständige, die seine Unzurechnungsfähigkeit bezeugen sollen, Fluchtpläne und Selbstbezichtigungen.

Die Frage nach der Unzurechnungsfähigkeit ist schnell erledigt, denn das würde voraussetzen, dass Dmitrij der Täter war, was gerade die ihm Wohlgesinnten abstreiten.

Aljoscha bastelt am Fluchtplan. Die beiden Selbstbezichtiger sind Iwan und Smerdjakow. Dmitrij hatte den ungeliebten Halbbruder Smerdjakow bei den Verhören bereits als möglichen Vatermörder ins Spiel gebracht, dieser Vermutung war jedoch wenig Glauben geschenkt worden.

Iwan führt nun mehrere Gespräche mit dem immer frecher werdenden Smerdjakow. Im dritten Gespräch offenbart Smerdjakow gegenüber Iwan tatsächlich seine Täterschaft, schildert genau den Hergang des Mordes am Vater und zeigt zum Beweis Rubel vor.

Smerdjakow wusste, dass auch Iwan seinen Vater hasste und ihn am liebsten tot gesehen hätte. Kurz nach seinem Geständnis, am Abend vor dem Prozess, erhängt sich Smerdjakow.

Er kann deshalb als Zeuge zur Entlastung Dmitrijs nicht mehr aussagen. Der Mordfall hat in ganz Russland Aufsehen erregt.

Der Prozess kündigt sich als sensationelles Spektakel an. Aus St. Petersburg und Moskau sind namhafte Persönlichkeiten angereist, vor allem Juristen, die die Auseinandersetzung zwischen dem Staatsanwalt und dem von Katerina engagierten berühmten Verteidiger miterleben wollen.

Alle Fakten und Hintergründe werden noch einmal erörtert. Dmitrijs Anwalt gelingt es, die wichtigsten Belastungszeugen auf die eine oder andere Weise in ihrer Glaubwürdigkeit zu erschüttern.

Doch der verwirrte Auftritt Iwans bringt Katerina dazu, in einer zweiten Aussage einen Brief vorzuweisen, den Dmitrij in betrunkenem Zustand seinerzeit im Wirtshaus in Mokroje an sie geschrieben hat.

Darin enthüllt er seinen Tatplan. Der Staatsanwalt hält daraufhin ein leidenschaftliches, ausgewogenes Plädoyer, in dem er in der Familie Karamasow auch das gegenwärtige Russland widergespiegelt sieht.

Der Verteidiger kann das Blatt nicht mehr wenden. Die Geschworenen — Kleinbürger der Stadt — befinden den Angeklagten für schuldig.

Entsprechend wird die Handlung von der Zeit der Romanniederschrift zurück ins Jahr verlegt. Der Erzähler wendet sich zwar manchmal direkt an den Leser, tritt aber weitgehend zurück.

Er resümiert gelegentlich das Vorgefallene, charakterisiert bisweilen kurz die Figuren, manchmal auch ihre Empfindungen und Gedanken wie ein allwissender Erzähler.

Im Wesentlichen bereitet er aber immer die Szenen für die Dialogauftritte vor. Die eigentliche Handlungszeit ist extrem gedehnt: Auf Hunderten von Seiten werden die wenigen Tage vor dem Vatermord und vor dem Prozess beschrieben.

Die Dialogpassagen sind teilweise stark mit intellektuellen Erörterungen oder auch mit emotionalen Ausbrüchen befrachtet. Die symbolischen und allegorischen Deutungsebenen dieses vordergründig realistischen Romans sind sehr komplex.

Unter Zar Nikolaus I. Trotzdem erlebte das Land eine erste geistige Blüte. Die Intelligenz opponierte und stellte gewisse Freiheitsforderungen.

Ist alles zulässig oder nicht? Wenn du an Gott und die Unsterblichkeit der Seele glaubst, dann nicht alles, aber wenn nicht … also wählt jeder, wie es besser und bequemer für ihn ist, sich in der Welt niederzulassen.

Der Höhepunkt seines "Sturms" ist das letzte Gespräch mit Smerdyakov, in dem dieser ihm rät, die Stadt für mehrere Tage zu verlassen, was darauf hinweist, dass in seiner Abwesenheit etwas mit seinem Vater passieren kann.

Iwan ist entrüstet, aber zugleich fasziniert und stimmt …. Alyosha, nach dem Diktat des alten Mannes und seiner eigenen liebenden Seele, spricht, lehrt und versucht jedem zu helfen.

Er sieht einen Aufruhr in jedermanns Herz, er beobachtet diese endlose Grausamkeit und Gleichgültigkeit, er erlebt ein endloses Duell zwischen wahren Werten und Sünde, in dem sich eine Person häufiger in den Abgrund fällt, und Zweifel entstehen auch in seiner Seele.

Zu dieser Zeit stirbt die ältere Zosima. Warten auf ein Wunder nach seinem Tod erscheint, aber statt der erwarteten gibt es einen Geruch von Verfall.

Alyosha ist verwirrt. Zu viele Steine auf dem Weg zur Wahrheit, die niedergeschlagen sind und zerstört werden wollen …. Wer ist der Mörder? Der Zusammenfluss von Umständen und Fakten spricht gegen den ältesten Sohn.

Smerdyakow gibt Iwan bei der Ermordung seines Vaters zu und erzählt ausführlich, wie es passiert ist, und warnte, dass er es war, Iwan, der ihn inspirierte, und mit seiner geheimen Zustimmung trat ein schreckliches Verbrechen auf.

Iwan ist verzweifelt. Auf der einen Seite gibt er keine Schuld, aber auf der anderen Seite sagt das Gewissen das Gegenteil. Er beabsichtigt, vor Gericht zu gehen und darüber zu sprechen, wie alles in der Realität geschehen ist.

Smerdyakow, enttäuscht von ihm, in seinen Ideen der Permissivität, gibt ihm gestohlenes Geld und hängt.

Iwan ist in Fieberhaft vor dem Gericht und gesteht seinen Beitrag zu diesem Verbrechen: "Lackey tötete, und ich lehrte. Ekaterina Iwanowna, in der Hysterie, bekommt einen entscheidenden Brief, Dmitrys letzte Botschaft an sie, in der er ausführlich über seinen Wunsch, seinen Vater zu töten und das Geld wegen ihm zu nehmen schreibt.

Dieser Beweis wird zum Schlüssel. So rettet sie Iwan und zerstört Dmitry, das Geschwür ihres Herzens, das sie verspricht, für immer zu lieben, egal was … Wenn wir die Beschreibung der Brüder Karamasow beschreiben, gehen wir auf die endgültige, nicht weniger symbolische Szene — die Beerdigung des kleinen Jungen Ilyushenka Snegirev.

Bei der Beerdigung drängt Alyosha die versammelten, um das Leben zu lieben, um seine wunderbaren Momente zu schätzen, um freundlich und ehrlich zu sein ….

Viele von ihnen wurden zertrampelt, in den Schlamm gepresst und zerstört, aber es war ihr "Tod", ihr Fall, Schmerz und Leiden, die "viel Frucht" bringen würden — geistige Reinigung und Liebe ….

Gesundheit Wohnlichkeit Speisen und Getränke Bildung. Kinder Fantasie: eine Auswahl der Bücher. Sonst schlägt er mich ohne weiteres tot.

Das ist eine wichtige Nachricht, ich werde sofort hingehen. Die Nachricht hatte Aljoscha in starke Aufregung versetzt.

Er lief zu dem Restaurant. Hineingehen konnte er in dieser Kleidung nicht, aber er konnte sich auf der Treppe erkundigen und die beiden herausrufen lassen.

Komm an die Tür, ich komme dir rasch nach unten entgegen. Es war nur ein Platz am Fenster, der durch Wandschirme von dem übrigen Raum abgetrennt war, aber die Gäste hinter den Schirmen waren doch vor fremden Blicken geschützt.

Das Zimmer war das erste an der Eingangstür, mit einem Büfett an der Seitenwand. Alle Augenblicke huschten Kellner umher.

Als Gast war nur ein alter verabschiedeter Offizier da, der in einer Ecke seinen Tee trank. Dafür herrschte in den anderen Zimmern des Restaurants das in solchen Lokalen übliche Treiben.

Er selbst war mit dem Mittagessen bereits fertig und trank Tee. Es gibt hier welche. Erinnerst du dich, wie gern du als kleiner Junge bei Poljonows eingemachte Kirschen gegessen hast?

Ich erinnere mich an dich bis zu deinem elften Lebensjahr; ich war damals fünfzehn. Als ich nach Moskau übergesiedelt war, habe ich in den ersten Jahren nicht einmal an dich gedacht.

Später, als es dich selbst nach Moskau verschlagen hat, sind wir wohl nur einmal irgendwo zusammengetroffen.

Und nun lebe ich hier schon über drei Monate, und wir haben bisher kaum ein Wort miteinander gesprochen. Meiner Ansicht nach lernt man sich am besten vor der Trennung kennen.

Ich habe diese ganzen drei Monate deine Blicke gesehen. In deinen Augen lag eine ständige Erwartung, und gerade das kann ich nicht ausstehen.

Deshalb bin ich dir nicht entgegengekommen. Doch zuletzt habe ich dich achten gelernt. Wohlgemerkt: Wenn ich jetzt auch lache, ich rede doch im Ernst.

Ich liebe solche festen Menschen — mögen sie stehen, worauf sie wollen, und mögen sie auch so kleine Knaben sein wie du. Du scheinst mich aus irgendeinem Grund liebzuhaben, Aljoscha?

Na, hab ich dich nun schwer beleidigt? Und nun hast du das auf einmal erraten und sprichst gleich davon. Ich habe mich oft gefragt: Gibt es auf der Welt so eine Verzweiflung, welche diese rasende, vielleicht unanständige Lebensgier in meiner Seele überwinden könnte?

Dann werde ich wohl selber keine Lust mehr haben, scheint mir. Diese Lebensgier nennen die schwindsüchtigen, unreifen Moralphilosophen oft gemein, vor allem tun das die Dichter.

Zum Teil ist diese Lebensgier allerdings ein Karamasowscher Charakterzug, und sie steckt zweifellos auch in dir — warum soll sie aber gemein sein? Es gibt auf unserem Planeten eine starke Zentripetalkraft, Aljoscha.

Ich will leben! Und ich lebe, wenn auch gegen alle Logik. Die Fischsuppe ist hier vorzüglich, die Leute verstehen sich auf die Zubereitung Ich will nach Westeuropa reisen, Aljoscha, gleich von hier aus losfahren.

Nicht aus Verzweiflung werde ich weinen, sondern einfach, weil meine vergossenen Tränen mich glücklich machen. An meiner eigenen Rührung werde ich mich berauschen.

Die klebrigen Frühlingsblättchen und den blauen Himmel liebe ich, das ist es! Verstand und Logik haben damit nichts zu tun, man liebt mit den Eingeweiden, körperlich, man liebt seine ersten jungen Kräfte Verstehst du etwas von meinem unsinnigen Gerede, Aljoscha Mit den Eingeweiden, körperlich, will man lieben — das hast du schön gesagt.

Unbedingt vor der Logik, erst dann wird man seinen Sinn verstehen. Das hat mir schon längst so vorgeschwebt. Worin besteht sie denn, deine zweite Hälfte?

So, nun bestell mir Tee! Ich liebe derartige professions de foi von seiten solcher Novizen. Du bist ein fester Charakter, Alexej Der Vater will seinen Becher nicht vor dem siebzigsten Jahr absetzen, er phantasiert sogar vom achtzigsten.

Aber bis siebzig, das ist gemein. Hast du Dmitri heute gesehen? Und Aljoscha erzählte seinem Bruder eilig und dennoch ausführlich von seiner Begegnung mit Smerdjakow.

Iwan machte. Ich hätte Dmitri tatsächlich gern gesprochen. Doch jetzt ist es nicht mehr nötig Wie soll die Spannung zwischen ihnen enden? Was geht das mich an?

Bin ich etwa meines Bruders Hüter? Vielleicht hast du in diesem Augenblick daran gedacht? Hol's der Teufel, ich kann wirklich nicht als Hüter bei ihnen bleiben!

Ich hatte meine eigenen Angelegenheiten, zum Teufel! Und ich habe mich mit einem Schlag frei gemacht. Und was ist nun?

Was geht mich Dmitri noch an? Ich hatte mit Katerina Iwanowna meine eigenen Angelegenheiten. Ich habe ihn aber in keiner Weise gebeten, er hat mich von selbst feierlich in die Sache einbezogen und mir seinen Segen erteilt.

Das alles klingt jetzt vielleicht lächerlich. Ich habe hier gesessen und mein Mittagessen verzehrt und wollte mir — wirst du es glauben?

Pfui Teufel, beinah ein halbes Jahr — und nun auf einmal habe ich alle Fesseln zerrissen! Ja, ich hatte mich in ein gnädiges Fräulein, in ein Institutsfräulein, verliebt.

Ich quälte mich um sie, und sie quälte mich. Ich umwarb sie Und plötzlich ist alles verflogen. Es ist buchstäblich so, wie ich sage.

Dabei hat sie mir doch so gefallen! Sogar heute noch, als ich meine Rede hielt! Du glaubst, ich prahle nur? Aber heute, da hast du dich mal ins Zeug gelegt, o je!

Und wie hat sie mich gequält! Wahrhaftig, sie leidet an Überspanntheit. Mich hat sie geliebt — und nicht Dmitri! Alles, was ich heute zu ihr gesagt habe, war die reine Wahrheit.

Möglicherweise wird sie nie zu dieser Einsicht gelangen, trotz der ernsten Lehre von heute. Apropos, was macht sie jetzt?

Was hat sich dort getan, nachdem ich weg war? An einem hysterischen Anfall ist übrigens noch niemand gestorben. Und selbst wenn sie so einen Anfall gehabt hat — die Hysterie hat Gott dem Weib in seiner Liebe gegeben.

Ich werde überhaupt nicht mehr zu ihr gehen. Wozu soll ich mich aufdrängen? Übrigens fahre ich vielleicht wirklich in der Frühe.

Ob du es glaubst oder nicht: Ich habe hier allein darum zu Mittag gegessen, um es nicht mit dem Alten tun zu müssen — so widerwärtig ist er mir geworden!

Wenn er für mich das einzig Wichtige wäre, hätte ich mich schon längst davongemacht. Eine ganze Ewigkeit, eine endlose Zeit! Ich meine das, weswegen wir hierhergekommen sind.

Warum siehst du mich so erstaunt an? Antworte, weswegen sind wir hier zusammengekommen? Um über meine Liebe zu Katerina Iwanowna zu reden?

Oder über den Alten und Dmitri? Oder über das Ausland? Oder über Kaiser Napoleon? Für uns Grünschnäbel ist etwas anderes wichtig als für andere Leute.

Wir müssen vor allem Ewigkeitsfragen lösen, das ist unsere Sorge. Gerade jetzt, da die alten Leute angefangen haben, sich mit praktischen Fragen zu beschäftigen.

Warum hast du mich drei Monate erwartungsvoll angesehen? Doch wohl, um mich zu fragen: Was glaubst du? Oder glaubst du überhaupt nicht? Ich werde doch mein Brüderchen, das mich drei Monate so erwartungsvoll angesehen hat, nicht betrüben!

Aljoscha, sieh mich an! Nun, wie treiben es die jungen Russen bis jetzt? Nimm beispielsweise diese stinkende Kneipe hier. Da kommen sie zusammen und setzen sich in eine Ecke.

Im ganzen bisherigen Leben haben sie einander nicht gekannt, und wenn sie das Lokal verlassen, werden sie einander wieder vierzig Jahre nicht kennen.

Also: worüber werden sie in der kurzen Spanne Zeit reden, die sie in der Kneipe erhascht haben? Über die Weltfragen — anders kann es nicht sein!

Ob es einen Gott und eine Unsterblichkeit gibt. Und die nicht an Gott glauben, werden über den Sozialismus und den Anarchismus sprechen und über die Umgestaltung der ganzen Menschheit, was auf die alleinige Existenz des Teufels hinausläuft — alles dieselben Fragen, nur vom anderen Ende her.

Ist es etwa nicht so? Und etwas Dümmeres als das, womit sich jetzt die jungen Russen beschäftigen, kann man sich gar nicht vorstellen.

Aber jetzt bin ich gar nicht abgeneigt, mit dir darüber zu verhandeln, das sage ich im vollen Ernst. Ich möchte dir näherkommen, Aljoscha, denn ich habe keine Freunde.

Ich will es wenigstens versuchen! Das wurde gestern beim Starez gesagt. Ich würde wohl nur scherzen? Ich selbst habe mir schon längst vorgenommen, nicht darüber nachzudenken, ob der Mensch Gott oder Gott den Menschen erschaffen hat.

Selbstverständlich werde ich auch nicht alle diesbezüglichen modernen Axiome der jungen Russen überprüfen, Axiome, die sämtlich aus westeuropäischen Hypothesen abgeleitet sind.

Was dort nur eine Hypothese darstellt, ist für einen jungen Russen sogleich ein Axiom, und nicht nur für die Jungen, sondern wohl auch für manche Professoren; denn auch unsere russischen Professoren sind jetzt häufig nicht anders als die jungen Leute.

Daher werde ich alle Hypothesen übergehen. Was haben denn wir beide, ich und du, jetzt für eine Aufgabe? Aber ein Punkt will dabei bedacht sein.

Wenn Gott existiert und wenn er tatsächlich die Erde geschaffen hat, so hat er sie, wie wir genau wissen, auf der Grundlage der euklidischen Geometrie geschaffen und den menschlichen Verstand nur mit der Vorstellung von drei Dimensionen des Raumes begabt.

Ich, mein Täubchen, habe mir gesagt: Wenn ich nicht einmal das zu begreifen imstande bin, wie soll ich dann etwas von Gott begreifen?

Und auch dir, Aljoscha, rate ich, niemals über dergleichen nachzudenken, und am allerwenigsten über Gott, ob er existiert oder nicht.

All diese Fragen sind völlig ungeeignet für einen Verstand, der nur mit der Vorstellung von drei Dimensionen begabt ist.

Also ich akzeptiere Gott, und ich tue das nicht nur gern, sondern, was noch mehr ist, ich akzeptiere auch seine Allweisheit und sein Ziel: zwei uns völlig unbekannte Dinge.

Worte sind darüber ja viele gemacht worden. Was ich nicht akzeptiere, ist nicht Gott, versteh mich recht!

Ich will mich deutlicher ausdrücken. Etwas, was ausreicht für alle Herzen, ausreicht zur Stillung allen Unwillens, zur Sühne aller menschlichen Übeltaten und allen von Menschen vergossenen Blutes.

Etwas, was ausreicht, um alles, was mit den Menschen geschehen ist, nicht nur zu entschuldigen, sondern sogar zu rechtfertigen. Mag das alles also geschehen und sich offenbaren — ich aber akzeptiere es nicht und will es nicht akzeptieren!

Siehst du, Aljoscha, das ist mein Wesen, das ist meine These. Ich habe dir das alles im vollen Ernst gesagt. Über Gott brauchtest du nichts zu hören.

Du solltest nur hören, wovon dein Bruder lebt, den du so liebhast. Und das habe ich dir gesagt. Gespräche über diese Themen werden von Russen immer in der denkbar dümmsten Weise geführt.

Zweitens, weil man einer Sache um so näherkommt, je dümmer man anfängt. Je dümmer, desto klarer. Die Dummheit drückt sich kurz und schlicht aus.

Der Verstand macht hingegen Winkelzüge und versteckt sich. Der Verstand ist ein Schuft, die Dummheit ist offen und ehrlich. Ich lenkte dies Gespräch zuletzt auf meine Verzweiflung, und je dümmer ich sie dir dargestellt habe, um so vorteilhafter ist es für mich.

Mein lieber Bruder, ich will dich nicht von deinem festen Standpunkt abbringen oder weglocken. Noch nie hatte Aljoscha so ein Lächeln bei ihm gesehen.

Gerade die einem am nächsten stehen, kann man meiner Ansicht nach nicht lieben, höchstens noch die Fernstehenden. Ich habe einmal irgendwo über den Heiligen Johannes den Barmherzigen gelesen, er habe, als ein hungriger, durchfrorener Wanderer zu ihm kam, sich mit ihm zusammen ins Bett gelegt, ihn umarmt und ihm in den Mund gehaucht, der infolge einer schrecklichen Krankheit mit eiternden Geschwüren besetzt war und übel roch.

Und unzähligen Menschen geht es wie mir. Er war ein Gott. Aber wir sind keine Götter. Angenommen, ich zum Beispiel wäre imstande, schweres Leid zu ertragen: Kein anderer könnte erkennen, in welchem Grad ich leide, weil er eben ein anderer ist und nicht ich.

Warum ist er dazu nicht bereit, was meinst du? Und da verweigert er mir denn sofort seine Wohltaten, und gar nicht einmal aus Bosheit. Bettler, vor allem adlige, sollten sich nie persönlich zeigen, sondern durch die Zeitungen um Almosen bitten.

Abstrakt kann man seinen Nächsten noch lieben, aus der Ferne manchmal auch, von nahem jedoch fast nie. Wenn alles so wäre wie im Theater, im Ballett, wo Bettler in seidenen Lumpen und zerrissenen Spitzen erscheinen und graziös tanzend um Almosen bitten, könnte man sie noch mit Vergnügen und Interesse betrachten.

Betrachten, wohlgemerkt nicht lieben. Doch genug davon. Eigentlich wollte ich von den Leiden der Menschheit überhaupt reden, aber es ist wohl besser, wenn wir uns auf die Leiden der Kinder beschränken.

Dadurch wird der Umfang meiner Beweisführung zwar auf ein Zehntel gemindert, und doch redet man besser nur von den Kindern. Für mich ist diese Beschränkung freilich nicht vorteilhaft.

Und sie essen auch weiterhin von dem Apfel. Die Kinderchen jedoch haben nicht davon gegessen und sind einstweilen noch völlig unschuldig.

Liebst du die Kinder, Aljoscha? Sie werden für ihre Väter bestraft, die von dem Apfel gegessen haben — aber das ist ein Gedanke, der einer anderen Welt angehört und dem Menschenherzen hier auf Erden unverständlich ist.

Es darf doch nicht ein Unschuldiger für einen anderen leiden, und noch dazu so ein Unschuldiger! Und wohlgemerkt, grausame, leidenschaftliche, sinnliche Menschen, Menschen vom Schlage der Karamasows lieben Kinder manchmal sehr.

Solange sie wirklich Kinder sind, sagen wir bis zum siebenten Lebensjahr, sind Kinder von den Erwachsenen grundverschieden: als ob sie andere Wesen wären und eine ganz andere Natur hätten.

Im Gefängnis habe ich einen Räuber gekannt. Doch im Gefängnis liebte er sie leidenschaftlich. Er stand dauernd am Fenster und sah den auf dem Gefängnishof spielenden Kindern zu.

Einen kleinen Jungen hatte er dazu gebracht, zu ihm unters Fenster zu kommen, und der Kleine hatte sich schon richtig mit ihm angefreundet Ich habe Kopfschmerzen, und es ist mir traurig zumute.

Sie sengen und brennen, morden, vergewaltigen Frauen und Kinder, nageln Gefangene mit den Ohren an Zäune und lassen sie so die Nacht über stehen, um sie dann aufzuhängen, und so weiter.

Vieles davon kann man sich überhaupt nicht vorstellen. Eine Bestie kann nie so grausam sein wie der Mensch, auf so raffinierte, kunstvolle Art grausam.

Es würde ihm gar nicht in den Sinn kommen, Menschen über Nacht an den Ohren festzunageln, selbst wenn er das könnte. Diese Türken haben unter anderem auch Kinder geradezu wollüstig gefoltert.

So haben sie mit ihren Dolchen Ungeborne ne aus dem Mutterleib geschnitten und Säuglinge vor den Augen der Mütter in die Höhe geworfen, und mit den Bajonetten aufgefangen.

Und nun will ich dir eine kleine Geschichte erzählen, die mir besonders interessant war. Liebkosen das Kindchen, lachen, um es zum Lachen zu bringen, es gelingt ihnen, das Kind ist ganz vergnügt.

Das Kleine lacht fröhlich und streckt die Ärmchen aus, um nach der Pistole zu greifen. Kunstvoll, nicht wahr?

Du fragst eben, wozu ich das alles erzähle: Siehst du, ich bin ein Liebhaber und Sammler gewisser Tatsachen und schreibe mir aus Zeitungen und anderen Quellen, wo ich gerade etwas finde, bestimmte Geschichtchen heraus und sammle sie; ich habe bereits eine hübsche Kollektion.

Die Türken sind natürlich auch in die Sammlung aufgenommen, aber das sind Ausländer. Ich habe auch Geschichtchen aus unserem lieben Vaterland und sogar noch bessere als die türkischen.

Angenagelte Ohren sind bei uns undenkbar, denn wir sind doch Europäer. Ruten- und Peitschenhiebe — das ist etwas, was uns gehört und uns nicht genommen werden kann.

Ich besitze eine allerliebste kleine Broschüre, eine Übersetzung aus dem Französischen, in der erzählt wird, wie vor nicht sehr langer Zeit, vielleicht vor fünf Jahren, in Genf ein Übeltäter und Mörder namens Richard hingerichtet worden ist, ein Bursche von etwa dreiundzwanzig Jahren, der kurz vor dem Schafott bereut und sich zum Christentum bekehrt hatte.

Er wuchs bei ihnen auf wie ein kleines wildes Tier. Sie glaubten völlig im Recht zu sein, da Richard ihnen wie eine Sache geschenkt war, und sie hielten es nicht einmal für nötig, ihn zu beköstigen.

Er begann, sich in Genf als Tagelöhner Geld zu verdienen. Er wurde vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt.

Sentimental ist man dort ja nicht. Sie lehrten ihn im Gefängnis Lesen und Schreiben, erklärten ihm das Evangelium, redeten ihm ins Gewissen, bemühten sich, ihn zu überzeugen, setzten ihm zu, drängten und quälten ihn — und siehe da, endlich bekannte er selbst in feierlicher Form sein Verbrechen.

Er bekehrte sich und schrieb selbst an das Gericht, er sei ein Ungeheuer; Gott habe jedoch endlich auch ihn der Erleuchtung gewürdigt und ihm seine Gnade zuteil werden lassen.

Ganz Genf geriet in Aufregung, das ganze wohltätige, gottesfürchtige Genf. Alles, was zu den höheren, gebildeten Ständen gehörte, stürzte zu ihm ins Gefängnis.

Früher, in meiner Kindheit, war ich froh, wenn ich Schweinefutter essen durfte. Jetzt ist auch auf mich die Gnade herniedergekommen, ich sterbe im Herrn!

Nun hatte man das Schafott erreicht. Ja, das ist charakteristisch. Irgendwelche hochgestellten russischen Wohltäter, die mit dem Lutheranertum sympathisierten, haben diese kleine Broschüre ins Russische übersetzen lassen und zur Aufklärung des russischen Volkes als Gratisbeilage Zeitungen und anderen Publikationen beigegeben.

Bei uns würde man es für absurd halten, einem Bruder deswegen den Kopf abzuschlagen, weil er unser Bruder geworden und die Gnade auf ihn herniedergekommen ist.

Aber ich wiederhole, wir haben auch unsere Eigenheit, die beinahe noch schlimmer ist. Wer hätte so etwas nicht schon gesehen? Das ist echt russisch.

Der Dichter schildert, wie das schwächliche Pferdchen mit seiner überladenen Fuhre steckengeblieben ist und sie nicht aus dem Lehm herausziehen kann.

Der Bauer schlägt es, schlägt es in blinder Wut, schlägt es zuletzt, ohne zu wissen, was er tut.

Durch das Schlagen in eine Art Rausch geraten, versetzt er ihm zahllose schmerzhafte Hiebe: Wenn du auch nicht kannst, zieh trotzdem!

Verrecke, aber zieh! Das armselige Pferdchen strengt sich verzweifelt, aber vergebens an. Das haben uns die Tataren beigebracht und uns zur Erinnerung die Knute geschenkt.

Aber man kann ja auch Menschen peitschen. Ein intelligenter, gebildeter Herr und seine Gemahlin peitschen zum Beispiel ihr eigenes Töchterchen, ein siebenjähriges Kind, mit Gerten — darüber habe ich mir ausführliche Aufzeichnungen gemacht.

Jener Vater schlägt also eine Minute lang, dann werden es fünf Minuten, dann zehn, er schlägt weiter, immer mehr, die Schläge fallen immer häufiger und schmerzhafter.

Der Angeklagte nimmt sich einen Advokaten. Ich hätte den Antrag gestellt, zu Ehren dieses Folterknechtes ein Stipendium auf seinen Namen zu stiften Allerliebste kleine Geschichten sind das!

Doch ich habe über Kinder noch bessere Geschichtchen. Ich habe über Kinder sehr, sehr viel Material gesammelt, Aljoscha. Unter diesem Gesichtspunkt lieben sie die Kinder sogar.

Gerade die Wehrlosigkeit der kleinen Geschöpfe hat etwas Verlockendes für diese Rohlinge. In jedem Menschen steckt natürlich eine Bestie.

Diese Bestie kann in Wut geraten, das Geschrei des gequälten Opfers ruft bei ihr eine wollüstige Glut hervor. Von der Kette gelassen, kann diese Bestie nicht mehr zurückgehalten werden; ihre Wildheit wird gesteigert durch Krankheiten infolge eines ausschweifenden Lebenswandels, wie Podagra, Leberleiden und so weiter.

Die gebildeten Eltern unterwarfen also dieses arme fünfjährige Mädchen allen möglichen Foltern. Zuletzt verfielen sie auf höchst raffinierte Martern.

Sie sperrten sie bei starker Kälte eine ganze Nacht auf dem Abort ein. Die eigene Mutter zwang sie dazu, die eigene Mutter!

Verstehst du, wozu diese Sinnlosigkeit notwendig ist, wozu sie da ist? Man sagt, ohne sie könnte der Mensch gar nicht auf Erden leben; er würde das Gute und das Böse nicht erkennen.

Aber wozu sollen wir dieses verdammte Gute und Böse erkennen, wenn uns das so teuer zu stehen kommt? Aber die kleinen Kinder!

Ich quäle dich, Aljoscha, du kommst mir vor wie geistesabwesend. Wenn du willst, höre ich auf. Die Geschichte ereignete sich in der dunkelsten Zeit der Leibeigenschaft, zu Anfang dieses Jahrhunderts.

Solche Leute gab es damals. Er hatte eine Meute von mehreren hundert Hunden, dazu an die hundert Hundewärter, sämtlich uniformiert und beritten.

Er stieg zu Pferde, umgeben von seinen Schmarotzern, den Hunden, den Hundewärtern, den Treibern, die sämtlich beritten waren. Zur Erbauung und Belehrung war das Hofgesinde versammelt, vor allen anderen stand die Mutter des Jungen.

Der wurde aus dem Arrest herausgeführt. Es war ein trüber, kalter, nebliger Herbsttag, richtiges Jagdwetter.

Der General befahl, den Jungen zu entkleiden. Das Kind wurde vollständig ausgezogen. Es zitterte, war vor Angst ganz durcheinander, und wagte keinen Ton von sich zu geben Der Knabe lief.

Der General wurde unter Aufsicht gestellt, glaube ich. Was hätte man sonst mit ihm machen sollen? Auf Torheiten beruht die Welt, und ohne Torheiten würde in der Welt vielleicht überhaupt nichts geschehen.

Wir wissen, was wir wissen! Ich will bei den Tatsachen bleiben. Ich habe mit schon längst vorgenommen, nichts zu begreifen.

Wenn ich etwas begreifen will, verdrehe ich sofort die Tatsachen, und ich habe mir vorgenommen, bei den Tatsachen zu bleiben. Ich habe ja das Gespräch absichtlich darauf hingeleitet, es dir zu sagen.

Du bist mir teuer, ich will dich nicht lassen und deinem Sossima nicht abtreten. Ich habe die Kinder nur als Beispiel benutzt, damit der Beweis deutlicher wurde.

Von den übrigen Menschentränen, mit denen die ganze Erde von der Rinde bis zum Zentrum getränkt ist, sage ich weiter kein Wort, ich habe mein Thema absichtlich beschränkt.

Nach meiner Ansicht steht es nicht so. Ich habe geglaubt, also will ich auch selbst sehen! Sollte ich jedoch zu jener Stunde schon tot sein, so mag man mich auferwecken.

Ich will mit eigenen Augen sehen, wie die Hirschkuh sich neben den Löwen legt, wie der Ermordete aufersteht und seinen Mörder umarmt.

Ich will dabeisein, wenn alle plötzlich erkennen, warum alles so gewesen ist. Auf diesem Wunsch beruhen alle Religionen auf der Erde, und ich bin gläubig.

Aber da sind nun noch die kleinen Kinder, was soll ich mit denen anfangen? Das ist eine Frage, auf die ich keine Antwort finde. Ich wiederhole abermals, es gibt viele solcher Fragen; ich habe die Kinder als einziges Beispiel benutzt, weil das, was ich sagen will, hierbei unverkennbar deutlich ist.

Wenn alle leiden müssen, um durch ihr Leiden die ewige Harmonie zu erkaufen — inwiefern sind daran die kleinen Kinder beteiligt?

Das sag mir doch bitte! Es gibt überhaupt keine Erklärung, warum auch sie leiden und durch ihr Leiden die Harmonie erkaufen müssen.

Warum sind auch sie unter die Düngemittel geraten und haben mit ihren Persönlichkeiten für irgend jemand die zukünftige Harmonie gedüngt? Die Solidarität in der Sünde unter den Menschen begreife ich, ich begreife auch die Solidarität in der Vergeltung.

Nein, Aljoscha, ich lästere Gott nicht! Aber da sitzt eben der Haken, gerade das kann ich nicht akzeptieren. Solange es noch Zeit ist, beeile ich mich, Einspruch zu erheben, und darum will ich von der höchsten Harmonie überhaupt nichts wissen.

Sie ist diese Tränen nicht wert, weil sie ungesühnt geblieben sind. Sie müssen gesühnt werden, sonst ist eine Harmonie unmöglich.

Aber wodurch, wodurch können sie gesühnt werden? Ist das überhaupt möglich? Was hilft mir eine dafür geübte Rache? Was hilft mir die Hölle für die Peiniger?

Was kann die Hölle wiedergutmachen, wenn solche Kinder schon zu Tode gequält worden sind? Und was ist das für eine Harmonie, wenn darin eine Hölle vorkommt?

Sie darf ihm nicht verzeihen! Aber sie hat kein Recht, die Leiden ihres zu Tode gequälten Kindes zu verzeihen! Sie darf dem Peiniger nicht einmal dann verzeihen, wenn das Kind selbst ihm verzeihen würde!

Wenn es aber so ist, wenn nicht verziehen werden darf, wo bleibt da die Harmonie? Gibt es auf der ganzen Welt ein Wesen, das verzeihen könnte und dazu ein Recht hätte?

Ich will keine Harmonie! Aus Liebe zur Menschheit will ich sie nicht! Lieber will ich meine ungerächten Leiden behalten. Lieber will ich meine ungerächten Leiden und meine nicht beschwichtigte Entrüstung behalten.

Selbst wenn ich unrecht haben sollte. Für diese Harmonie wird ein gar zu hoher Preis verlangt; es entspricht nicht unserem Geldbeutel, so viel Eintrittsgeld zu bezahlen!

Darum beeile ich mich, mein Eintrittsbillett zurückzugeben. Das tue ich denn auch. Und ich will ja doch leben.

Sag es mir selbst geradeheraus, ich rufe dich auf, antworte: Stell dir vor, du selbst hättest das Gebäude des Menschenschicksals auszuführen mit dem Endziel, die Menschen zu beglücken, ihnen Friede und Ruhe zu bringen; dabei wäre es jedoch zu eben diesem Zweck notwendig und unvermeidlich, sagen wir, nur ein einziges winziges Wesen zu quälen — beispielsweise jenes Kind, das sich mit den Fäustchen an die Brust schlug — und auf seine ungerächten Tränen dieses Gebäude zu gründen: Würdest du unter diesen Bedingungen der Baumeister dieses Gebäudes sein wollen?

Das sage mir, und lüge nicht! Du hast Ihn vergessen! Wenn du noch etwa zehn Minuten mit mir verlieren kannst, möchte ich es dir erzählen.

Aber ich habe dieses Poem ausgedacht und im Gedächtnis behalten, und zwar mit starkem Gefühl. In der Tat, warum soll ein Autor auch nur einen einzigen Zuhörer verlieren?

Eine absurde Geschichte, aber ich möchte sie dir gern erzählen. Von Dante will ich gar nicht erst reden. Das geschah damals in vollkommener Einfalt.

In unseren Klöstern beschäftigten sich die Mönche ebenfalls mit dem Übersetzen und Abschreiben, ja sogar mit dem Verfassen solcher Gedichte — und das selbst unter dem Tatarenjoch.

Sie sieht die Sünder und ihre Martern. Und da fällt die Mutter Gottes erschüttert und weinend vor Gottes Thron nieder und bittet für alle in der Hölle um Begnadigung, für alle, die sie dort gesehen hat, ausnahmslos.

Ihr Gespräch mit Gott ist höchst interessant. Bei mir tritt Er auf; allerdings spricht Er nicht, sondern erscheint nur und geht vorüber.

So war denn nur der Glaube an das geblieben, was das Herz sagte! Allerdings geschahen damals auch viele Wunder. Es gab Heilige, die wunderbare Heilungen ausführten.

Zu manchen Gerechten stieg, so die Angaben in ihren Lebensbeschreibungen, die Himmelskönigin selbst herab.

Aber der Teufel schläft nicht, und es regten sich in der Menschheit schon Zweifel an der Wahrheit dieser Wunder. Zu jener Zeit war im Norden, in Deutschland, gerade eine schreckliche neue Ketzerei aufgetreten.

Die Anhänger dieser Ketzerei begannen gotteslästerlich die Wunder zu leugnen. Doch um so feuriger glaubten die Treugebliebenen.

Die Tränen der Menschheit stiegen zu Ihm auf wie ehemals. Die Menschen erwarteten Ihn, liebten Ihn, hofften auf Ihn wie ehemals.

War Er doch auch schon früher manchmal hinabgestiegen und hatte einzelne Gerechte, Märtyrer und fromme Eremiten auf Erden besucht, wie in ihren Lebensbeschreibungen zu lesen steht.

Bei uns hat das Tjutschew , von der Wahrheit seiner Worte zutiefst überzeugt, so ausgedrückt:.

In welcher Absicht, zu welchem Zweck taten Sie das? Er Serdar Somuncu Der Hassprediger Stream sich wieder bereit, notfalls rechtzeitig zurückzuweichen. Bis Mitternacht darf ich jedoch Rost Auto schlafen, sondern habe Wachdienst. Oh, Sie haben mir im Augenblick ein neues Leben geschenkt! Ippolit Kirillowitsch war mit dieser Aussage sehr zufrieden. Jeder Another Me Mein Zweites Ich nicht einverstanden, und eine Reihe von Ereignissen entfalten sich in der Stadt Skotoprigonievsk. Das war es, was ihn auf einmal stutzig Waschsalon Berlin Er fragte sich, was nun auch ich für Grund hätte, ihm beizuspringen. Und für dich gebeten hat sie! Ein unerhörtes qui pro quo?

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Verwandten, die für eine Gymnasialausbildung sorgen. Er selbst lebt seine Leidenschaften hedonistisch aus. Sie vertreten unterschiedliche Weltanschauungen und diskutieren diese untereinander und mit dem Vater.

Das Verhältnis wird aus finanziellen und persönlichen Gründen, vor allem zwischen Fjodor und seinem ältesten Sohn, immer spannungsreicher.

Beispielhaft dafür ist seine komplizierte Beziehung zur stolzen Offizierstochter Katerina Katja Werchowzew. Da er sich in sie verliebt hat, sich aber von ihr wenig beachtet fühlt, nutzt er einen finanziellen Engpass aus und schlägt ihr vor, die Schulden ihres Vaters zu begleichen und damit dessen Ehre zu retten, wenn sie seine Geliebte wird.

Sie verloben sich, doch bald darauf verliebt sich Dmitri in die wegen ihres Vorlebens mit dem polnischen Offizier Mussjalowitsch und der Verbindung mit ihrem Wohltäter, dem Kaufmann Samsonow, in der gehobenen Gesellschaft nicht anerkannte Agrafena Swetlowa Gruschenka.

Diese hat eine seinem Charakter entsprechende ambivalente leidenschaftliche Seele und wird auch von seinem Vater umworben.

Der jährige Iwan , der die Universität besucht hat, verdient seinen Unterhalt mit Privatstunden und dem Schreiben von philosophischen Artikeln.

Er verkörpert den aufgeklärten, verstandesorientierten, atheistischen Intellektuellen. Er bezweifelt, aus Enttäuschung über das von Gott nicht verhinderte Leid in der Welt, die Autorität der christlichen Gebote und der damit verbundenen Belohnungen und Strafen.

Deshalb sei der Mensch sein eigener Gott und folglich moralisch in seinen Entscheidungen und Taten frei. Diese Theorie führt in Verbindung mit seiner unglücklichen Vaterbeziehung und der Gefolgschaft Smerdjakows zur Katastrophe.

Ein weiterer Aspekt der komplexen Familienbeziehungen ist die Liebe Iwans zu Katerina, die sein Bruder bereit ist an ihn abzugeben.

Sie ist verwirrt durch diese Situation zwischen Eifersucht auf Gruschenka und Achtung des ernsthaften Iwan, was nach dessen Selbstbeschuldigung, moralisch mitverantwortlich für den Vatermord zu sein, zu einer Änderung ihrer Aussage im Laufe des Gerichtsprozesses und zur Belastung Dmitris führt.

Er erhofft sich dadurch dessen Anerkennung. Als dieser jedoch über seine Tat und seine eigenen unbewussten Wünsche entsetzt ist, erhängt er sich, ohne ein Geständnis zurückzulassen, und lässt damit zu, dass Dmitri verurteilt wird.

Er versucht in den komplizierten personalen Beziehungen zu vermitteln und ist ständig auf dem Weg von einer Person zur anderen, um sich die verschiedenen Geschichten anzuhören, um Botschaften weiterzugeben und um Verständnis füreinander zu werben.

So gelingt es ihm, den neunjährigen Iljuscha Snegirjow , der verachtet wird, weil sein Vater aus dem Dienst entlassen wurde, mit seinen Schulkameraden, unter denen auch der von ihm bewunderten Kolja Krassotkin ist, auszusöhnen.

Alexej geht auch zuerst einmal auf die Heiratswünsche der psychisch-physisch kranken, in ihn verliebten jährigen Lisa Chochlakow ein, verlagert diese Wünsche jedoch geschickt in die Zukunft und hilft ihr so bei der Bewältigung ihrer Krise.

Mit dieser Einstellung verlässt er nach Sossimas Rat das Kloster. An den ersten beiden Tagen 1. Teil entfaltet sich diese Konfliktsituation zunehmend und eskaliert am dritten 3.

Teil : Iwan fährt aus Enttäuschung darüber, dass sich Katerina trotz Dmitris Abwendung nicht von ihm lösen kann, nach Moskau, während Dmitri die ganze Zeit über Geld für ein Zusammenleben mit Gruschenka zu leihen versucht, das Vaterhaus beobachtet, um zu sehen, ob sie seinen Vater besucht, und dabei den ihn im Garten überraschenden Diener Grigori niederschlägt.

Inzwischen hat Smerdjakow die Situation genutzt, Fjodor ermordet, Spuren gelegt und die Rubel versteckt.

Im Prozess vor dem Bezirksgericht 4. Teil wird Dmitri des geplanten Mordes und Diebstahls beschuldigt. Teil, 8.

Buch, 4. Buch, 5. Der Staatsanwalt vermutet, dass er nach dem Mord die Rubel gestohlen hat, die sein Vater aufbewahrt hatte, um sie der Geliebten zu schenken, wenn sie ihn besucht.

Anfänglich akzeptiert er dies als gerechte Strafe für seinen Hass und seine Mordgedanken, willigt dann aber doch in die Fluchtpläne seines Bruders Iwan ein.

Er wird sich nämlich zusammen mit seinem Bruder Alexej darüber bewusst, dass die Strafe, zumal er unschuldig ist, für ihn zu schwer wäre und er daran zu Grunde ginge.

Der wirkliche Täter ist Smerdjakow, der Iwan den Mord gesteht 4. Teil, Buch, 8. Er hat geglaubt, durch die Tat einer unausgesprochenen Aufforderung Iwans nachzukommen.

Mir ist es nur nicht in den Sinn gekommen. In Mitja wallte der Ärger auf. Pfui, meine Herren, mit Ihnen kann man aber auch gar nicht reden!

Na, sind Sie jetzt zufrieden, meine Herren? Ist Ihnen das Herz nun leichter? Na, wozu nimmt man in solchen Fällen etwas in die Hand? Ich nahm ihn und ging weg.

Schämen Sie sich, meine Herren, passons! Sonst werde ich nicht weitererzählen, das schwöre ich Ihnen! Er setzte den Ellenbogen auf den Tisch und stützte den Kopf in die Hand.

Sehen Sie, ich träume manchmal einen bestimmten Traum, einen eigenartigen Traum, den träume ich oft, er wiederholt sich.

Sehen Sie, so machen Sie es jetzt auch! Ganz ähnlich! Aber wollen Sie nicht auch das festhalten? Es ist die Realität, meine Herren, die Realität des wirklichen Lebens!

Ich bin der Wolf, und Sie sind die Jäger. Na, und da hetzen Sie eben den Wolf. Nein, dazu haben Sie kein Recht Er erzählte, wie er über den Zaun in den Garten seines Vaters gestiegen und zum Fenster gegangen war und alles, was er am Fenster gesehen hatte.

Klar und deutlich, gleichsam jedes Wort einzeln formend, berichtete er von den Gefühlen, die ihn in jenen Augenblicken im Garten erfüllt hatten, als er so sehnlichst zu erfahren wünschte, ob Gruschenka bei seinem Vater ist oder nicht.

Mitja vermochte aus ihren Mienen nichts zu entnehmen. Und was geschah dann weiter? Dann schlug ich ihn tot Ich schlug ihn auf den Scheitel und zerschmetterte ihm den Schädel So ist es doch Ihrer Meinung nach zugegangen!

Der Teufel wurde jedenfalls besiegt. Ich stürzte vom Fenster weg und lief zum Zaun Mein Vater erschrak und erblickte mich da zum erstenmal. Er schrie auf und sprang vom Fenster zurück, daran erinnere ich mich sehr genau.

Ich lief durch den Garten zum Zaun Hier hob er endlich die Augen und sah seine Zuhörer an. Diese musterten ihn ganz ruhig und aufmerksam, wie es schien.

Mitjas Herz krampfte sich vor Entrüstung zusammen. Das ist geradezu ein Gedicht! In Versen! Das kann man dem braven jungen Mann aufs Wort glauben!

Wie spottlustig Sie sind, meine Herren! Und wer hätte sie auch aufmachen können? Ha, die Tür, warten Sie mal!

Der Mord ist offenbar im Zimmer verübt worden, nicht vom Fenster aus. Das ist hundertprozentig klar nach der vorgenommenen Lokalbesichtigung, nach der Lage des Leichnams und nach allem übrigen.

Ein Zweifel ist ausgeschlossen. Ich bin nicht hineingegangen! Ich habe nur vor dem Fenster gestanden und durch das Fenster hineingesehen, weiter nichts, weiter nichts Ich erinnere mich genau, bis zum letzten Augenblick.

Und selbst. Und ohne die Signale hätte er keinem Menschen auf der Welt geöffnet! Was für Signale? Seine Frage klang, als ob er sich vorsichtig heranschleichen wollte.

Er witterte eine wichtige, ihm noch unbekannte Tatsache und befürchtete sogleich, Mitja würde sie ihm nicht vollständig enthüllen wollen.

Von wem werden Sie es dann erfahren? Trösten Sie sich, meine Herren, ich werde Ihnen das Geheimnis enthüllen.

Sie haben dumme Gedanken im Kopf und wissen nicht, mit wem Sie es zu tun haben! Sie haben mit einem Angeklagten zu tun, der gegen sich selbst aussagt, zu seinem eigenen Schaden!

Ja, das tue ich, denn ich habe Ehre im Leib, was man von Ihnen nicht sagen kann! Der Staatsanwalt schluckte alle diese Pillen; er zitterte nur vor Ungeduld, etwas über die neue Tatsache zu erfahren.

Mitja setzte ihnen genau und ausführlich alles auseinander, was die für Smerdjakow erfundenen Signale betraf, erzählte ihnen, was jede Art des Klopfens zu bedeuten hatte, und klopfte diese Signale sogar auf dem Tisch.

Sonst niemand? Schreiben Sie auch das von dem Himmel auf, es wird nicht überflüssig sein, auch das aufzuschreiben. Auch Sie werden Gott einmal gebrauchen können Ich durchschaue Sie vollständig, Herr Staatsanwalt!

Er ist der Mörder! Gestehen Sie es, dann werde ich fortfahren. Und ich wurde den Gedanken an ihn nicht mehr los. Und jetzt eben dachte ich plötzlich wieder: Smerdjakow!

Aber nur eine Sekunde lang; gleich darauf sagte ich mir: Nein, Smerdjakow ist es nicht gewesen! Das ist nicht seine Tat, meine Herren!

Weil mir das mein Gefühl sagt. Weil Smerdjakow ein Mensch von niedrigster Gesinnung und ein Feigling ist.

Er ist nicht einfach ein Feigling, sondern der auf zwei Beinen gehende Inbegriff aller Feigheit, die es auf der Welt gibt. Wenn er mit mir sprach, zitterte er jedesmal, ich könnte ihn totschlagen, obwohl ich nie die Hand gegen ihn erhoben habe.

Aber ich habe ihn sogar beschenkt. Er ist ein krankes Huhn, epileptisch, mit schwachem Verstand, ein achtjähriger Knabe kann ihn verprügeln.

Ist das überhaupt rin Charakter? Smerdjakow ist es nicht gewesen, meine Herren. Er liebt auch das Geld gar nicht; wenn ich ihm welches schenken wollte, nahm er es nicht an Und wofür hätte er auch den alten Mann totschlagen sollen?

Er ist ja vielleicht sein Sohn, sein unehelicher Sohn, wissen Sie das? Und so einen unwürdigen, gemeinen Stein!

O meine Herren, es ist vielleicht zu gemein von Ihnen, gerade mir das ins Gesicht zu sagen! Gemein deswegen, weil ich Ihnen das selbst gesagt habe.

Sehen Sie, das haben Sie dabei nicht beachtet Und deshalb ist es gemein von Ihnen! Weil ich ihn nicht getötet habe! Hören Sie, Herr Staatsanwalt, ich habe ihn nicht getötet!

Während des ganzen Verhörs war er nie so erregt gewesen. Und wir sind, ich wiederhole, sogar verpflichtet, Ihnen auf jede Frage zu antworten.

Der Arzt, der mit uns war, hat den Kranken untersucht und meinte sogar, er würde den Morgen nicht überleben. Mitja bat um die Erlaubnis, sich einen Augenblick erholen zu dürfen; diese wurde ihm in höflicher Form erteilt.

Nachdem er sich erholt hatte, fuhr er fort. Aber es fiel ihm augenscheinlich schwer. Er quälte sich, fühlte sich beleidigt und seelisch erschüttert.

Haben Sie das genau im Gedächtnis? Und dann haben Sie mit dem Arm weit ausgeholt? Da dieser jedoch mit keiner Wimper zuckte, drehte sich Mitja heftig um, setzte sich rittlings auf den Stuhl und holte mit dem Arm aus.

Würden Sie jetzt die Freundlichkeit haben, Uns zu erklären, warum Sie eigentlich hinabgesprungen sind, mit welcher Absicht und was Sie dabei eigentlich im Sinne hatten?

Ich bin zu dem hinuntergesprungen, den ich niedergeschlagen hatte An die geringste Kleinigkeit. Ich bin hinuntergesprungen, um ihn mir anzusehen, und habe ihm mit dem Taschentuch das Blut abgewischt.

Hofften Sie, den zu Boden Geschlagenen wieder ins Leben zurückzurufen? Ich wollte mich einfach davon überzeugen, ob er lebte oder nicht.

Ich lief davon und glaubte, ich hätte ihn totgeschlagen — dabei ist er ja wieder zu sich gekommen. Weiter wollte ich nichts wissen.

Haben Sie nun die Güte fortzufahren! Der Staatsanwalt war sehr zufrieden; er sagte sich: Ich habe einen nervösen Menschen durch Fragen nach Kleinigkeiten gereizt, und er hat sich verplappert.

Mitja fuhr unter Qualen fort zu erzählen. Doch er wurde gleich wieder unterbrochen, und zwar jetzt von Nikolai Parfjonowitsch:.

Wozu sollte ich leben bleiben? Diese Frage trat mir ganz von selbst entgegen. Ihr Früherer war erschienen; er hatte sie einst verführt, war aber nun voller Liebe zurückgekommen, um nach fünf Jahren durch eine gesetzliche Ehe wiedergutzumachen, was er ihr angetan hatte.

Hinter mir lag eine schmähliche Tat, dieses Blut, das Blut Grigoris Wozu sollte ich da noch leben bleiben? Also ging ich und löste meine versetzten Pistolen ein, um mir bei Tagesanbruch eine Kugel in den Kopf zu jagen Da ist der Zettel, lesen Sie ihn!

Für Sie erzählen möchte ich es nicht! Er zog den Zettel aus der Westentasche und warf ihn auf den Tisch; der Staatsanwalt und der Untersuchungsrichter lasen ihn mit Interesse durch und nahmen ihn, wie es sich gehört, zu den Akten.

Sie fürchteten also nicht, Verdacht zu erregen? Mochte man mich in Verdacht haben oder nicht, ganz egal!

Ich wäre doch hierhergefahren und hätte mich um fünf Uhr erschossen, und Sie hätten es nicht verhindern können. Wäre nicht der Fall mit dem Vater hinzugekommen, hätten Sie ja nichts erfahren und wären nicht hierhergekommen.

Oh, das war der Teufel, der Teufel hat den Vater ermordet, durch den Teufel haben Sie es so schnell erfahren! Seltsam, unbegreiflich! Eine Menge Geld Ein ganzes Päckchen Hundertrubelscheine Und das habe auch sein Bursche gesehen.

Der Staatsanwalt runzelte über diese allzu direkt gestellte Frage ein wenig die Stirn, unterbrach aber Nikolai Parfjonowitsch nicht.

Und so ist es auch: Ich werde es Ihnen nicht sagen, meine Herren! Sie haben es erraten! Ich habe diese erbauliche Predigt schon einmal gehört!

Trotzdem sage ich es nicht. Aber am Anfang, als ich vorhin mit meinen Aussagen begann, lag das alles noch ganz verschwommen wie in einem fernen Nebel, und ich war sogar so naiv, Ihnen den Vorschlag gegenseitigen Vertrauens zu machen.

Es geht nicht, und damit basta! Übrigens mache ich Ihnen gar keinen Vorwurf; es ist auch Ihnen unmöglich, mir aufs Wort zu glauben, das sehe ich ein!

Ich werde Ihnen den Grund meiner Weigerung mitteilen und Ihnen die gewünschte Andeutung machen, obgleich Sie das nicht wert sind.

Das ist der Grund, weswegen ich nicht reden kann. Aus Scham wegen der Schmach kann ich es nicht. Na, meine Herren? Wollen Sie das etwa auch festhalten?

Das habe ich Ihnen nur aus Gutmütigkeit mitgeteilt, ich hätte es auch verschweigen können. Ich habe Ihnen damit sozusagen ein Geschenk gemacht, aber Sie behandeln das gleich amtlich.

Na, schreiben Sie es auf, schreiben Sie auf, was Sie wollen! Und ich möchte mich auch nicht beschmutzen. Ich habe mich ohnehin schon an Ihnen beschmutzt, Sie sind es nicht wert, Sie nicht und niemand Genug, meine Herren, ich breche das Thema ab.

Er sagte das in sehr entschiedenem Ton. Ich meine, wieviel Rubel? Er erzählte; wir werden seinen Bericht jedoch nicht wiedergeben.

Er erzählte trocken und flüchtig. Von den Wonnen seiner Liebe sagte er gar nichts. Nun also, da ist es, mein Geld! Hier, zählen Sie nach; ich glaube, es ist alles.

Er nahm alles aus den Taschen heraus, sogar das Kleingeld, zwei Zwanzigkopekenstücke zog er noch aus der Westentasche.

Herrn Perchotin haben Sie zehn Rubel gegeben, dem Kutscher zwanzig, hier haben Sie zweihundert verspielt, ferner Nikolai Parfjonowitsch stellte alle Posten zusammen.

Mitja half ihm bereitwillig. Keine Kopeke wurde vergessen, auch der kleinste Betrag in die Rechnung aufgenommen. Nikolai Parfjonowitsch rechnete rasch zusammen.

Jetzt aber Wer wird die Visitation ausführen? Es begann ein Vorgang, der für Mitja gänzlich unerwartet und erstaunlich war. Es wäre noch zu ertragen gewesen; hätte er nur den Rock auszuziehen brauchen; aber man bat ihn, sich noch weiter zu entkleiden.

Oder eigentlich bat man ihn gar nicht, sondern befahl es ihm geradezu, er merkte das sehr wohl. Aus Stolz und Verachtung fügte er sich, ohne ein Wort dagegen zu sagen.

Soll ich auch das Hemd ausziehen? Unterdessen fand zwischen dem Untersuchungsrichter und dem Staatsanwalt halblaut eine eifrige Beratung statt.

Sie teilten sich gegenseitig ihre Gedanken vor seinen Ohren mit seltsamer Offenheit mit. So lenkte zum Beispiel der Protokollführer, der sich ebenfalls geschäftig machte und zuhörte, Nikolai Parfjonowitschs Aufmerksamkeit auf die Mütze, die dann ebenfalls befühlt wurde.

In der Mütze! Die Hundertrubelscheine waren zu kleinen Röhrchen zusammengerollt und in den Mützenrand eingenäht.

Ist das Blut? Das ist sehr wichtig, als sachliches Beweisstück. Zunächst aber haben Sie die Güte, auch die Strümpfe auszuziehen. Er war in unerträglicher Verlegenheit.

Sie waren sehr unsauber, und sein Unterzeug ebenso, und nun sahen das alle. Vor unerträglicher Scham wurde er noch gröber als vorher und kehrte dies absichtlich heraus.

Haben Sie die Güte, sich einstweilen hier hinzusetzen. Sie können ja die Bettdecke nehmen und sich darin einhüllen. Ich werde dies alles zunächst mitnehmen.

Alle Gegenstände wurden den Zeugen gezeigt, und es wurde ein Protokoll über die Visitation aufgenommen. Ippolit Kirillowitsch ging ebenfalls hinaus.

Bei Mitja blieben nur die Bauern zurück; sie standen schweigend da, ohne die Augen von ihm zu lassen. Mitja hüllte sich in die Bettdecke, er fror.

Nikolai Parfjonowitsch blieb lange fort. Er hatte das zum Glück alles in. Er verstummte und begann, sich mit finsterer Miene anzukleiden.

Der Rock war allerdings tatsächlich etwas eng in den Schultern. Na und, wo soll ich jetzt hingehen? Oder soll ich hier ewig sitzen?

Mitja trat hinter dem Vorhang hervor, grau vor Wut und bemüht, niemand anzusehen. In dem fremden Anzug fühlte er sich entehrt, sogar diesen Bauern und Trifon Borissowitsch gegenüber, dessen Gesicht plötzlich aus irgendeinem Grund in der Tür auftauchte und wieder verschwand.

Er setzte sich auf seinen früheren Stuhl; dabei hatte er das Gefühl, als bedrücke ihn ein sinnloser Traum: Er glaubte, seinen Verstand verloren zu haben.

Wollen Sie mich auspeitschen lassen, wie? Das hat er absichtlich getan, damit alle sehen, was ich für schmutzige Wäsche trage!

Am Mittelfinger, der mit den Äderchen, was ist das für ein Stein? Meine Herren, Sie haben meine Seele besudelt! Glauben Sie wirklich, ich würde es Ihnen verheimlichen, wenn ich meinen Vater tatsächlich totgeschlagen hätte.

Ich würde Winkelzüge machen, lügen, mich verstecken? O nein, das liegt nicht in Dmitri Karamasows Wesen, das würde er nicht fertigbringen.

Und wenn ich schuldig wäre, dann hätte ich, das schwöre ich Ihnen, nicht bis zu Ihrer Ankunft und nicht bis zum Sonnenaufgang gewartet, wie ich das ursprünglich beabsichtigt hatte, sondern hätte schon früher ein Ende gemacht, ohne den Tagesanbruch abzuwarten!

Das sagt mir mein innerstes Gefühl. Ich hätte in zwanzig Jahren meines Lebens nicht so viel lernen können wie in dieser einen verfluchten Nacht!

Und wäre ich in dieser Nacht so ein Mensch gewesen, würde ich jetzt, da ich mit Ihnen zusammensitze, so ein Mensch sein, würde ich so reden und mich so benehmen, wenn ich wirklich ein Vatermörder wäre — wo mir doch schon der unbeabsichtigte Totschlag Grigoris die ganze Nacht keine Ruhe gelassen hat, nicht aus Angst, o nein, nicht aus Furcht vor Ihrer Strafe!

Nein, die. Schandtat an sich hat mich so erregt! Nein, und selbst wenn mich das vor Ihrer Anklage retten würde! Lieber will ich zur Zwangsarbeit!

Derjenige, der diese Tür aufgemacht hat und durch sie hineingegangen ist, der hat ihn auch ermordet und beraubt.

Wer es ist? Da stehe ich vor einem quälenden Rätsel — aber Dmitri Karamasow ist es nicht gewesen, das sollen Sie wissen! Das ist alles, was ich Ihnen sagen kann!

Und nun lassen Sie es genug sein, setzen Sie mir nicht länger zu! Ich werde nichts mehr sagen. Rufen Sie Ihre Zeugen!

Mitja hatte seinen überraschenden Monolog so vorgetragen, als sei er schon fest entschlossen, von nun an konsequent zu schweigen. Jene Tür, von der Sie erklärt haben, sie sei die ganze Zeit, während Sie im Garten waren, geschlossen gewesen!

Mitja war schon während dieser Rede vom Stuhl aufgesprungen. Er konnte die Tür gar nicht offen sehen, weil sie geschlossen war!

Er lügt! Er schwankte nicht. Er blieb dabei, wir haben ihn mehrere Male gefragt. Das ist entweder eine Verleumdung oder die Halluzination eines Irren!

Und da redet er nun diesen Unsinn! Er verleumdet mich, weil er wütend auf mich ist Er konnte es nicht sehen Das Kuvert selbst war leer und auf der einen Seite aufgerissen; Mitja starrte es mit weitgeöffneten Augen an.

Er ist es gewesen, jetzt ist es klar! Und vielleicht hat es überhaupt nicht unter dem Kopfkissen gelegen Ich habe aufs Geratewohl gesagt, es hätte unter dem Kopfkissen gelegen Was sagt denn Smerdjakow?

Haben Sie ihn gefragt, wo es gelegen hat? Was sagt Smerdjakow? Das ist die Hauptsache Ich habe absichtlich gelogen, zu meinem Schaden Ich habe Ihnen, ohne viel nachzudenken, vorgelogen, es hätte unter dem Kopfkissen gelegen, und das glauben Sie jetzt Na, wissen Sie, da kommt einem so ein Wort auf die Zunge, man lügt.

Er hat auch mir nicht gesagt, wo es lag! Er hat das Signal gegeben, und der Vater hat ihm aufgemacht Denn er war auch der einzige, der die Signale kannte, und ohne die Signale hätte der Vater niemandem geöffnet Das ist ein Phantom!

Gott ist gegen mich! Auf der anderen Seite Ihr unbegreifliches, hartnäckiges und beinahe erbittertes Schweigen über die Herkunft des Geldes, das plötzlich in Ihren Händen war, während Sie nach Ihrer eigenen Aussage noch drei Stunden vorher Ihre Pistolen versetzten, um nur zehn Rubel zu bekommen!

Entscheiden Sie in Anbetracht aller dieser Umstände bitte selbst: Was sollen wir glauben, worauf sollen wir uns verlassen? Versetzen Sie sich vielmehr auch in unsere Lage Ich werde Ihnen gestehen, wo ich das Geld herhatte, damit ich später weder Ihnen noch mir einen Vorwurf zu machen brauche.

Ich will ein vollständiges Geständnis ablegen Dieses Geld gehörte mir! Der Staatsanwalt und der Untersuchungsrichter machten lange Gesichter: sie hatten etwas ganz anderes erwartet.

Hier waren sie, an meinem Hals, in einen Lappen eingenäht! Schon lange, schon einen Monat lang hatte ich sie zu meiner Schmach und Schande am Hals getragen!

Sprechen Sie dieses Wort jetzt nur getrost aus! Meiner Ansicht nach hatte ich es in der Tat bereits gestohlen. Und gestern, gestern abend, habe ich es nun endgültig gestohlen.

Nicht meinem Vater hatte ich es gestohlen, sondern ihr. Lassen Sie mich erzählen, und unterbrechen Sie mich nicht!

Es fällt mir ja ohnehin schon schwer! Kennen Sie sie? Schon längst, schon vom erstenmal an, gleich seit jener ersten Begegnung in meiner Wohnung.

Aber genug davon, Sie sind es gar nicht wert, das zu wissen, das ist durchaus nicht nötig Es war gerade in der verhängnisvollen Zeit meines Lebens, als ich Nun kurz, als ich mich in eine andere verliebt hatte, in sie, die jetzt auf Ihre Anordnung da unten sitzt, Gruschenka Und diese fünfzehnhundert, die ich zurückbehalten hatte, die trug ich eingenäht wie ein Amulett am Hals; gestern nun machte ich das Säckchen auf und verjubelte einen Teil des Geldes.

Das wissen ja alle Leute. Aber trotzdem habe ich nicht dreitausend durchgebracht, sondern nur fünfzehnhundert; die anderen fünfzehnhundert habe ich in ein Säckchen eingenäht.

Sehen Sie, so war das, meine Herren. Nun wissen Sie, wo ich gestern das Geld herhatte Nun, allerdings, sie ist höchst tadelnswert, das gebe ich zu, aber doch nur tadelnswert, nicht eigentlich schmählich Michail Makarowitsch zum Beispiel hat es ebenfalls gehört.

Der Staatsanwalt schwieg. In welcher Absicht, zu welchem Zweck taten Sie das? Können Sie uns das erklären? Und einen ganzen Monat dauerte sie, diese Gemeinheit!

Aber vielleicht drücke ich mich wirklich unverständlich aus? Passen Sie auf. Aber trotzdem bin ich kein Dieb, nicht direkt ein Dieb, das werden Sie zugeben müssen!

Ich habe das Geld verjubelt, aber nicht gestohlen! Jetzt der zweite, noch günstigere Fall. Hören Sie genau zu, sonst komme ich womöglich wieder aus dem Konzept, mir ist nämlich sehr schwindlig.

Am anderen Tag gehe ich zu ihr und bringe ihr die andere Hälfte. Denn wäre ich ein Dieb, hätte ich sicherlich die übriggebliebene Hälfte nicht zurückgebracht, sondern sie mir ebenfalls angeeignet.

Unter diesen Umständen bin ich zwar ein Schuft, aber jedenfalls kein Dieb! Ein Schuft kann jeder sein und ist vielleicht jeder; ein Dieb aber kann nicht jeder sein, sondern nur ein Erzschuft.

Nun, ich verstehe mich nicht auf diese Feinheiten. Nur so viel kann ich sagen: Ein Dieb ist gemeiner als ein Schuft, das ist meine Überzeugung.

Hören Sie, ich trage das Geld einen ganzen Monat mit mir herum; tagtäglich kann ich es zurückgeben und bin dann kein Dieb mehr. Nun, ist das schön, ist das Ihrer Ansicht nach schön?

Zu welchem Zweck versteckten Sie sie eigentlich? Welche Absicht hatten Sie eigentlich mit diesen abgezweigten fünfzehnhundert Rubeln?

Ich möchte auf dieser Frage bestehen, Dmitri Fjodorowitsch. Sehen Sie, dieser alte Mann, der Verstorbene, belästigte Agrafena Alexandrowna immer, und ich war eifersüchtig und dachte damals, sie schwanke zwischen mir und ihm, und da dachte ich jeden Tag: Wie nun, wenn sie plötzlich ihre Wahl trifft?

Bring mich fort bis ans Ende der Welt! Dann bin ich verloren Ich kannte ja damals ihren Charakter noch nicht und dachte, ihre Wünsche gingen aufs Geld und sie würde mir meine Armut nicht verzeihen.

Also zählte ich heimtückisch die Hälfte von den dreitausend Rubeln ab und nähte sie ein, kaltblütig, mit berechneter Absicht, noch ehe ich betrunken war, und erst dann fuhr ich weg, um die andere Hälfte zu verjubeln!

Nein, das war eine Gemeinheit! Haben Sie nun verstanden? O mein Gott, ich bin entsetzt über Ihre Verständnislosigkeit! Warum nicht?

Weil du morgen hingehen und Katja diese fünfzehnhundert Rubel zurückgeben kannst! Das ist eine lächerliche Frage! Weil ich mich zum Tode verurteilt hatte, um fünf Uhr morgens, hier, bei Tagesanbruch.

O meine Herren, ich wiederhole es Ihnen in tiefstem Schmerz: Vieles habe ich in dieser Nacht gelernt! Sein Gesicht hatte einen erschöpften, zerquälten Ausdruck, obgleich er höchst erregt war.

Warum haben Sie zum Beispiel nicht, um sich von diesen, fast einen Monat andauernden Qualen zu befreien, diese fünfzehnhundert Rubel der Person zurückgegeben, die sie Ihnen anvertraut hatte?

Sie betrachten ja diese Sicherheit auch jetzt noch als wertvoll? Mitja errötete plötzlich. Nun gut, ich werde Ihnen alles sagen, meinetwegen!

Ich werde Ihnen meine ganze teuflische Gesinnung bekennen, doch nur, um Sie zu beschämen! Und Sie werden sich wundern, bis zu welcher Gemeinheit sich die Gefühle eines Menschen versteigen können.

Jawohl, meine Herren, auch ich habe in diesem verfluchten Monat diesen Gedanken gehabt und war schon beinahe entschlossen, zu Katja zu gehen — so gemein war ich!

Denn sie ist ebenfalls eine teuflische Natur, ein Weib, das fähig ist zu gewaltigem Zorn! Ich aber hätte das Geld genommen, oh, ich hätte es genommen, und dann mein Leben lang Verzeihen Sie, meine Herren, ich schreie so, weil ich diesen Gedanken noch vor kurzem hatte, vorgestern, als ich mich in der Nacht mit Ljagawy abplagte, und dann gestern, ja, auch gestern, gestern den ganzen Tag, ich erinnere mich, bis zu diesem Vorfall Doch das genügt nicht.

Es genügt nicht, dieses Geständnis nur zu beachten, achten Sie es auch! Wie, wollen Sie auch das niederschreiben? O Gott! Jetzt jedoch wiederhole ich eine kleine Frage zum drittenmal: Hat denn wirklich niemand aus Ihrem Munde etwas von dem Geld gehört, das Sie in das Säckchen eingenäht hatten?

Das kann man sich, offen gesagt, kaum vorstellen. Sonst haben Sie ja nichts von allem begriffen! Lassen Sie mich in Ruhe! Ein paar hundert Leute haben es gehört, tausend Leute haben es gehört!

Um mit der Menge des verjubelten Geldes zu renommieren Vielleicht um dieses eingenähte Geld zu vergessen Zum Teufel, wie oft legen Sie mir diese Frage vor?

Na, ich habe eben geschwindelt, und damit gut. Und nachdem ich einmal geschwindelt hatte, wollte ich es nicht wieder korrigieren.

Warum schwindelt der Mensch manchmal? Wo und wann haben Sie das Säckchen von Ihrem Hals genommen? Sie sind ja, wie Sie selbst angeben, nicht in Ihrer Wohnung vorbeigegangen?

Und wozu brauchte ich eine Schere? Das sind sachliche Beweisstücke zu ihren Gunsten. Wer hat Ihnen denn vor einem Monat beim Einnähen geholfen?

Ich meine, den Lappen, in den Sie das Geld eingenäht haben? Irgendwoher werde ich ihn schon genommen haben. Vielleicht findet sich ein Hemd, von dem Sie ein Stück abgerissen haben.

Woraus war denn dieser Lappen, aus Baumwolle oder aus Leinwand? Warten Sie mal Ich glaube, ich habe ihn von nichts abgerissen. Er war aus Kaliko Ich glaube, ich habe das Geld in eine Haube meiner Wirtin eingenäht.

Ich hatte ihr tatsächlich einmal eine Haube weggenommen, als Wischlappen oder vielleicht um die Feder damit abzuwischen.

Ich hatte sie, ohne ein Wort darüber zu sagen, an mich genommen, weil es ein ganz unbrauchbarer Fetzen war, der in meiner Stube herumlag.

Und da hatte ich nun diese fünfzehnhundert Rubel, nahm das Ding und nähte sie darin ein Ja, ich glaube, in diesen Fetzen habe ich sie eingenäht.

Es war ein alter Kalikolumpen, schon tausendmal gewaschen. Ich glaube, ich habe das Geld in die Haube eingenäht. Ach, ich spucke drauf. Es war ein alter Lappen, sage ich Ihnen, ein alter Lappen, der keinen Groschen wert war.

Gar nichts, nicht für einen Groschen! Daran bin ich selber schuld, nicht Sie. Ich hätte Ihnen nicht damit kommen sollen. Ihnen erscheint es lächerlich, das sehe ich Ihnen an den Augen an.

Sie, Herr Staatsanwalt, haben mich dazu verleitet Stimmen Sie ein Triumphlied an, wenn Sie können Seid verflucht, ihr Folterknechte!

Er senkte den Kopf und bedeckte das Gesicht mit den Händen; Staatsanwalt und Untersuchungsrichter schwiegen. Nach einer Minute hob er den Kopf wieder und blickte sie gedankenlos an.

Es war bereits acht Uhr morgens, die Kerzen waren längst gelöscht. Michail Makarowitsch und Kalganow, die während des Verhörs ständig herein- und hinausgelaufen waren, hatten gerade wieder einmal das Zimmer verlassen.

Der Staatsanwalt und der Untersuchungsrichter sahen ebenfalls sehr ermüdet aus. Mitja starrte gedankenlos zu den Fenstern.

Mitja stand auf und trat ans Fenster. Der Regen schlug heftig gegen die kleinen grünlichen Scheiben.

Aber sie? Ich flehe Sie an, sagen Sie mir, ob wirklich auch sie mit mir zugrunde gehen soll! Sie war nicht bei Sinnen, als sie gestern schrie, sie sei an allem schuld.

An nichts ist sie schuld, an nichts! Dürfen Sie mir nicht sagen, können Sie mir nicht sagen, was Sie jetzt mit ihr machen werden?

Und das wird im weiteren Verlauf des Prozesses auch so bleiben, hoffe ich. Wir tun in dieser Hinsicht alles, was von unserer Seite nur irgend möglich ist.

Seien Sie ganz beruhigt! Sie haben mir eine schwere Last vom Herzen genommen Nun, was werden wir jetzt tun? Ich bin bereit.

Wir müssen ohne Verzug zur Vernehmung der Zeugen schreiten. Sie beschlossen, falls der Tee unten fertig sein sollte — was sie annahmen, da Michail Makarowitsch wohl zu eben diesem Zweck gegangen war —, zuerst ein Gläschen Tee zu trinken und dann mit aller Energie fortzufahren.

Der Tee war wirklich fertig, und es wurde schleunigst welcher heraufgebracht. Mitja lehnte anfangs das Glas ab, das ihm Nikolai Parfjonowitsch liebenswürdig anbot; dann jedoch bat er selbst darum und trank es gierig aus.

Bei seiner Körperkraft hätte man gemeint, eine durchschwärmte Nacht und selbst die stärksten Aufregungen würden ihm nicht allzuviel anhaben.

Die Vernehmung der Zeugen begann, was wir allerdings nicht mit der bisherigen Ausführlichkeit schildern werden. Leider fielen ausnahmslos alle Zeugenaussagen zu Mitjas Ungunsten aus, und einige Zeugen brachten sogar neue, geradezu verblüffende, seine Angaben widerlegende Tatsachen vor.

Der erste, der vernommen wurde, war Trifon Borissowitsch. Er sprach wenig und zurückhaltend, wartete die Fragen ab und antwortete präzis und überlegt.

Denen sind allein sicherlich mehr als tausend Rubel zugefallen! Ich war betrunken, das ist das Malheur Das ist ein diebisches, gaunerisches Volk, Pferdediebe sind sie, man hat sie von hier verjagt, sonst würden sie vielleicht selber aussagen, wieviel sie von Ihnen profitiert haben.

Ich selbst habe damals in Ihren Händen eine Summe gesehen — gezählt habe ich sie freilich nicht, zum Zählen haben Sie sie mir nicht gegeben, das ist richtig Auch unsereiner hat ja Geld gesehen und kann das beurteilen Über die gestrige Summe sagte Trifon Borissowitsch aus, Dmitri Fjodorowitsch hätte ihm, gleich nachdem er aus dem Wagen gestiegen sei, erklärt, er habe dreitausend Rubel mitgebracht.

In Andrejs Gegenwart haben Sie es gesagt. Andrej ist ja noch da, er ist nicht weggefahren, lassen Sie ihn doch rufen! Stepan und Semjon haben es gehört, und Pjotr Fomitsch Kalganow stand damals neben Ihnen, vielleicht erinnert der sich auch?

Die Aussage von dem sechsten Tausend machte auf die beiden Beamten einen besonders starken Eindruck. Ihnen gefiel die neue Fassung: drei und drei, das sind sechs, also dreitausend damals und dreitausend jetzt — das macht sechstausend, die Sache war klar.

Kalganow erschien mit angewiderter Miene und benahm sich mürrisch und launisch; mit dem Staatsanwalt und mit Nikolai Parfjonowitsch redete er so, als sähe er sie zum erstenmal im Leben, während er doch schon seit langer Zeit mit ihnen bekannt und täglich mit ihnen zusammengekommen war.

Er begann mit der Erklärung, er wisse gar nichts und wolle auch gar nichts wissen. Die Frage, ob die Polen beim Kartenspiel betrogen hätten, bejahte er.

Auch die Polen wurden vernommen. Pan Wroblewski, stellte sich heraus, war privat praktizierender Dentist. Mitja schäumte vor Wut.

Schreiben Sie es nur hin! Jetzt aber brach auch dieses einzige für ihn günstige Zeugnis zusammen. Selbstverständlich wurde die Aussage von Pan Mussialowicz mit allen Einzelheiten ins Protokoll aufgenommen, dann wurden die beiden Polen entlassen.

Der Betrug beim Kartenspiel wurde fast gar nicht erwähnt. Nikolai Parfjonowitsch war ihnen viel zu dankbar und wollte sie nicht noch mit Kleinigkeiten belästigen, zumal das alles nur ein unbedeutender Streit in betrunkenem Zustand beim Kartenspiel gewesen sein mochte und weiter nichts — was für Ausschweifungen und Ungehörigkeiten waren nicht vorgekommen in dieser Nacht!

So behielten denn die Polen die zweihundert Rubel in der Tasche. Dann wurde der alte Maximow hereingerufen. Er erschien in ängstlicher Haltung, trat mit kleinen Schritten näher und sah strubbelig und sehr traurig aus.

Der Alte gestand sofort unter Tränen, er sei schuldig. Auf Nikolai Parfjonowitschs direkte Frage, ob er nicht bemerkt habe, wieviel Geld Dmitri Fjodorowitsch eigentlich in der Hand hatte, da er ihm doch bei Empfang des Darlehens näher gewesen sei als alle anderen, antwortete Maximow in entschiedenstem Ton, es seien zwanzigtausend Rubel gewesen.

Alles in allem ein geniales Werk, dessen mehr als Seiten man allerdings Gorki-Park spielend leicht bewältigt. Ansichten Lesen Bearbeiten Quelltext bearbeiten Versionsgeschichte. Stern Tod des Starez Aljoscha kehrt in sein Kloster zurück, um seinem verehrten Starez in den letzten Stunden nahe zu sein. Wie von Sinnen, kehrt er nachts zum väterlichen Haus zurück, mit dem Vorsatz, Fjodor zu töten und dessen für Gruschenka bestimmtes Briefchen mit den Rubeln an sich zu nehmen. Dieses Vorhaben hat der Tod verhindert. Zur Erbauung und Belehrung war das Hofgesinde versammelt, vor allen anderen stand die Mutter des Daniel Stewart. Bei uns hat das Tjutschew Wrecked Staffel 3, von der Wahrheit seiner Worte zutiefst überzeugt, so ausgedrückt:. Wie soll die Spannung zwischen ihnen enden? Der Oceans Eleven Stream will seinen Becher nicht vor dem siebzigsten Jahr absetzen, er phantasiert sogar vom achtzigsten. Dieser Beweis wird zum Schlüssel. Er fing beinahe an zu rennen. Denn wäre ich ein Dieb, hätte ich sicherlich die übriggebliebene Hälfte nicht zurückgebracht, sondern sie mir ebenfalls angeeignet. Und kann mir danach zumute sein, wo Friesenstute doch solche Angst habe? Warum Klaudia Kleinert Sie uns so? Wie von Sinnen, kehrt er nachts zum väterlichen Haus zurück, mit dem Vorsatz, Fjodor zu töten und dessen für Gruschenka bestimmtes Briefchen mit den Rubeln an sich zu nehmen. Sie kommen wieder auf Iwans Zeitschriftenartikel zu sprechen und es entspinnt sich eine lange Diskussion über Gott und die Welt. Darin enthüllt er seinen Mdr Livestream. Russische Literatur. Kurz nach seinem Geständnis, am Aktuelle Dvd Charts vor dem Prozess, erhängt sich Smerdjakow. Dieser ist nun aus Sibirien aufgetaucht. Obwohl auch er sich verletzt hat und blutüberströmt ist, gelingt es Dmitrij sich von seinem Hauswirt sowie einem Bekannten nochmals zehn Rubel zu leihen. Erfolg Dr Diary Wirkung der Brüder Karamasow erlebte er nicht mehr, da er im Erscheinungsjahr Rtl Störung 2019 Romans starb. Die Brüder Karamasow. [Dostojewski, Fjodor Michailowitsch] on crazylady.eu *​FREE* shipping on qualifying offers. Die Brüder Karamasow. Dostojewsksijs letzter großer Roman Die drei Söhne des lüsternen und närrischen alten Karamasow kehren in das Elternhaus zurück. Voll Hass und. Dostojewski die Geschehnisse um die Ermordung des Scheusals Fjodor Karamasow und die Ermittlungen gegen seine Söhne Dimitrji, Iwan und Aljoscha​. Diese „. Die Brüder Karamasow

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